Klartext

Zweitkatze: Kater oder Katze? Menschen möchten eine Kompatibilitätstabelle

Die erste Katze lebt schon im Haushalt.

Jetzt soll vielleicht eine zweite dazu.

Also sucht der Mensch:

Kater + Kater?

Katze + Katze?

Kater + Katze?

Gesucht wird im Grunde eine Tabelle.

Grün.

Gelb.

Rot.

Bitte möglichst wie bei Kabelsteckern.

Die Katzen machen es schwieriger.

Das Geschlecht ist nicht völlig egal

Der Deutsche Tierschutzbund schreibt, dass gleichgeschlechtliche kastrierte Tiere in der Regel besser miteinander auskommen können als Kater und Kätzin. Als eine mögliche Erklärung nennt er Unterschiede in Spiel- und Sozialverhalten; junge Kater können beispielsweise grober spielen, was nicht zu jeder Kätzin passt.

Das ist ein sinnvoller Hinweis.

Nur ist „Geschlecht“ noch keine komplette Persönlichkeit.

Zwei Kätzinnen können auf dem Papier identisch und im Wohnzimmer völlig verschieden sein

Katze A:

Lebte jahrelang entspannt mit anderen Katzen.

Spielt gern.

Ist selbstsicher.

Teilt Räume problemlos.

Katze B:

Meidet Artgenossen.

Verteidigt Wege und Ressourcen.

War als Einzelkatze deutlich entspannter.

Beide stehen in einer Tabelle als:

weiblich + kastriert.

Das ist korrekt.

Und beantwortet fast nichts.

Die neueren FelineVMA-Empfehlungen schauen deshalb weiter

Vor einer Zweitkatze sollen unter anderem Sozialität, Alter, Spieltrieb, Gesundheit und bisherige Sozialisation berücksichtigt werden.

Manche Katzen sind kontaktfreudig.

Andere territorialer oder introvertierter.

Manche möchten schlicht nicht mit anderen Katzen leben.

Damit verschiebt sich die Frage.

Nicht nur:

„Welches Geschlecht passt zu meiner Katze?“

Sondern vorher:

„Passt eine weitere Katze überhaupt zu meiner Katze?“

Das ist bei einer Partnersuche ebenfalls eine überraschend wichtige Vorfrage.

Alter und Energie können im Alltag wichtiger werden als das Symbol im Impfpass

Eine siebzehnjährige ruhige Katze.

Ein vier Monate alter Wirbelsturm.

Der Mensch denkt:

„Dann hat die Alte wieder Gesellschaft.“

Der junge Kater denkt:

WRESTLEMANIA.

Der Tierschutzbund weist ausdrücklich darauf hin, dass sehr unterschiedliche Alters- und Aktivitätsniveaus problematisch sein können. Eine junge agile Katze kann einer älteren ruhigen Katze erheblich auf die Nerven gehen.

Das heißt nicht, dass nur gleichaltrige Katzen zusammenleben dürfen.

Es heißt:

Energie ist eine reale Haushaltsvariable.

Das Tierheim besitzt manchmal bessere Daten als Ihre Suchmaschine

Dort weiß man möglicherweise:

Lebte die Katze mit Artgenossen?

Ist sie sozial?

Sehr verspielt?

Zurückhaltend?

Mit einer bestimmten Katze bereits eng verbunden?

Der Tierschutzbund empfiehlt deshalb auch, wenn möglich bereits gut zusammenpassende Tiere beziehungsweise vertraute Paare gemeinsam zu adoptieren.

Ein Foto zeigt Fellfarbe und Augen.

Eine Pflegestelle kann vielleicht erklären, ob die Katze ihre Mitbewohner täglich aus dem Flur vertreibt.

Für die Paarbildung ist Information Nummer zwei meistens wertvoller.

Bei einer Zweitkatze darf das Geschlecht in die Entscheidung eingehen.

Es sollte nur nicht die Entscheidung ersetzen.

Wichtiger werden oft:

Sozialerfahrung.

Alter.

Aktivitätsniveau.

Spielstil.

Gesundheit.

Ressourcen im Zuhause.

Und die Frage, ob die vorhandene Katze überhaupt Gesellschaft einer anderen Katze möchte.

Menschen hätten gern ein Kompatibilitätsdiagramm.

Katzen bringen Lebensläufe mit.

Das ist anstrengender zu lesen.

Dafür steht mehr drin.

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