Menschen verstehen Wohnungen in Quadratmetern.
42 m².
68 m².
Maisonette.
Balkon.
Kellerabteil.
Also liegt die Frage nahe:
Ab wie vielen Quadratmetern ist eine Katze glücklich?
Wir hätten gern eine Zahl.
Dann könnte man vor der Wohnungstür stehen und sagen:
61 Quadratmeter.
Glück genehmigt.
So funktioniert das leider nicht.
Das Gesetz gibt keine Glückszahl aus
§ 2 des deutschen Tierschutzgesetzes verlangt, dass Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden und ihre artgemäße Bewegung nicht so eingeschränkt wird, dass daraus vermeidbare Leiden oder Schäden entstehen.
Dort steht keine universelle Wohnungsgröße für Katzen.
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz nennt in ihrem Merkblatt zu Mindestanforderungen dagegen eine Mindestgrundfläche von 20 m² für ein bis zwei Katzen und weitere Anforderungen an nutzbare Räume, Licht, Beobachtungsmöglichkeiten und Beschäftigung.
Das ist eine wichtige Orientierung.
Aber ein Mindestwert ist noch kein Glückszertifikat.
Mindestlohn heißt schließlich auch nicht Maximalluxus.
Eine Wohnung hat für Katzen mehr Dimensionen als der Grundriss
TASSO betont bei Wohnungshaltung, dass sie den Bedürfnissen einer Katze gerecht werden kann – allerdings nur, wenn der Mensch das Umfeld entsprechend gestaltet.
Für eine Katze zählt nicht nur Bodenfläche.
Sie nutzt Höhe.
Fensterplätze.
Regale.
Verstecke.
Wege.
Ruheorte.
Kratzflächen.
Futter, Wasser und Toiletten an sinnvollen Stellen.
Ein gut strukturierter Raum kann deutlich mehr nutzbare Katzenwelt bieten als eine größere, leere Wohnung.
Das bedeutet nicht, dass Größe egal ist.
Es bedeutet nur, dass eine Zahl allein schlecht beschreibt, wie viel Leben in dieser Fläche möglich ist.
Der beliebte Gegenfehler
Sobald man erklärt, dass vertikaler Raum wichtig ist, passiert etwas vorhersehbar Menschliches.
Jemand folgert:
„Dann reichen also auch 18 m², wenn ich genug Regalbretter montiere.“
Nein.
Vertikale Struktur ist keine mathematische Möglichkeit, jede beliebig kleine Fläche wegzurechnen.
Besonders bei mehreren Katzen werden getrennte Ressourcen und Ausweichmöglichkeiten wichtiger. Zwei Katzen brauchen nicht nur doppelt so viel Liebe. Sie brauchen auch die Möglichkeit, sich gelegentlich nicht zu sehen.
Liebe ist bei Mitbewohnern generell leichter, wenn Türen existieren.
Bessere Fragen als Quadratmeter allein
Kann die Katze laufen und spielen?
Gibt es erhöhte Plätze?
Sichere Rückzugsorte?
Kann sie beobachten?
Gibt es ausreichend voneinander getrennte Ressourcen?
Wie viele Katzen teilen den Raum?
Wie alt und aktiv sind sie?
Gibt es sicheren Balkonzugang oder andere zusätzliche Reize?
Und: Ist der Mensch bereit, Wohnungshaltung aktiv zu gestalten, statt einfach nur die Haustür geschlossen zu halten?
Eine Mindestfläche kann eine sinnvolle Untergrenze sein.
Glück lässt sich daraus nicht direkt berechnen.
Eine Katze lebt nicht in der Zahl im Mietvertrag.
Sie lebt in Wegen, Höhen, Rückzugsorten, Routinen und Möglichkeiten.
Menschen kaufen Quadratmeter.
Katzen benutzen Raum.