Am Anfang gibt es drei Spielzeuge.
Ball.
Maus.
Angel.
Die Katze spielt damit.
Dann weniger.
Der Mensch reagiert vernünftig.
Er kauft sieben weitere.
Tunnel.
Motorball.
Puzzle.
Elektrischer Fisch.
Federding.
Irgendetwas mit Katzenminze.
Jetzt kann die Katze weiterhin gelangweilt sein.
Die Wohnung ist es nicht.
Enrichment ist kein Lagerbestand
Katzen brauchen Spiel, Jagd-ähnliche Aktivität, Möglichkeiten zum Klettern, Kratzen, Erkunden und Rückzug.
Das bedeutet nicht, dass Wohlbefinden proportional zur Anzahl der herumliegenden Produkte steigt.
Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt unter anderem Bälle, Spielangeln, Futterspiele – und sehr beleidigend für den Zubehörhandel – zusammengeknülltes Papier.
International Cat Care ergänzt leere Kartons und einfache Papierbälle.
Sie können also ein interaktives Premium-Spielzeug bestellen.
Die Katze kann dessen Verpackung verwenden.
Der Markt ist effizient.
Warum 30 Spielzeuge gleichzeitig sogar langweilig werden können
Der Tierschutzbund weist darauf hin, dass Katzen schnell das Interesse verlieren können, wenn Spielzeug ständig verfügbar ist. Wechseln und gezielt einsetzen kann deshalb sinnvoller sein, als den Boden dauerhaft wie die Kinderabteilung eines Kaufhauses aussehen zu lassen.
Das passt zur Jagdlogik.
Eine Maus liegt draußen auch nicht drei Monate regungslos an derselben Stelle und wartet auf bessere Conversion.
Interaktion macht einen Unterschied.
Eine Angel, die ein Mensch bewegt, reagiert auf die Katze.
Ein Gegenstand, der seit Dienstag mitten im Wohnzimmer liegt, hat diese Qualität weniger.
Der unangenehme Teil: Zeit
Produkte haben einen Vorteil.
Man kann sie kaufen.
Zeit muss man aufbringen.
Deshalb ist die Aussage
„Spiel regelmäßig mit deiner Katze“
kommerziell schwächer als
„Dieses neue Gerät beschäftigt deine Katze automatisch.“
Automatisches Spielzeug kann natürlich nützlich sein.
Aber es ersetzt nicht zwingend jede Form gemeinsamer, variabler Interaktion.
Und bei Schnüren oder langen Bändern kommt noch Sicherheit dazu: Solche Spielzeuge sollten nicht unbeaufsichtigt herumliegen, wenn Verschlucken oder Strangulation möglich ist.
Wie viele Spielzeuge braucht eine Katze?
Genug, um verschiedene Verhaltensweisen zu ermöglichen.
Nicht so viele, dass man einen Lagerverwalter einstellen muss.
Einige gute Dinge.
Wechseln.
Mitspielen.
Beobachten, was diese Katze tatsächlich interessant findet.
Manchmal gewinnt der 30-Euro-Fisch.
Manchmal der Tischtennisball.
Manchmal ein leerer Karton.
Der letzte Fall ist psychologisch besonders schwierig.
Weil im Karton vorher der 30-Euro-Fisch geliefert wurde.